Insektengiftallergien / Sofortmaßnahmen

Während des Stechens geben Bienen und Wespen ihr Gift in die Haut des Opfers ab. Rund um die Einstichstelle entwickelt sich eine rote Quaddel, die sich nach ein paar Tagen wieder zurückbildet. Diese Quaddelbildung tritt bei jedem Menschen auf und ist die normale Abwehrreaktion des Körpers auf den Stich. Hat ein Mensch jedoch eine Allergie gegen das Insektengift entwickelt, reagiert der Körper mit heftigen Symptomen.
Dies bedeutet: Rund um die Einstichstelle treten starke Schwellungen auf, oft begleitet von Atemnot, hinzu kommen Schwellungen im Gesicht und am Hals und eine starke allgemeine Hautrötung. Meist setzen diese Reaktionen Sekunden bzw. Minuten nach dem Stechen ein. Es sollte dann in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, denn im Extremfall kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen.
Anaphylaktischer Schock
Dramatisch verläuft die anaphylaktische Reaktion mit Symptomen wie Brennen und Jucken an den Handflächen und Fußsohlen, im Rachenraum und an der Zunge, begleitet von heftiger Atemnot, Schwächegefühl und Hitzewallungen, evtl.mit Übelkeit, Erbrechen oder Krämpfen, bis hin zum Kreislaufkollaps mit Bewußtseinsverlust (Koma). Beim Auftreten dieser Symptome muss sofort eine Notfallbehandlung stattfinden.
Die Rolle des Immunsystems
Während normalerweise das Immunsystem für die Erregerabwehr zuständig ist, kommt es bei der Allergie zu einer Überreaktion, auch auf "harmlose" Substanzen. Die Störung des Immunsystems äußert sich darin, daß krankmachende und harmlose Substanzen nicht unterschieden werden. So bildet das Immunsystem Antikörper gegen Staub, Tierhaare, Blütenpollen oder das Bienen– oder Wespengift, was zu einer Aktivierung von Immunzellen und entsprechender Reaktion des Organismus führt. Diese Reaktion ist durch eine Ansammlung bestimmter Zellen, sogenannter Mastzellen gekennzeichnet, die mit Histamin gefüllt sind und dieses reaktiv freisetzen.
Was ist Histamin?
Bei Histamin handelt es sich um einen körpereigenen Botenstoff, der u.a. alle Symptome einer Entzündung vermittelt. So kann durch Histamin eine Rötung, eine Schwellung, eine Überwärmung und vor allem Schmerz und Juckreiz hervorgerufen werden sowie massive Gefäßreaktionen.
Tipps für Insektengiftallergiker
- Die Hyposensibilisierung ist die primäre Behandlung bei einer Insektengiftallergie. Bei einer Insektengift-Allergie wird sie meist stationär in einer Fachklinik durchgeführt.
- Immer ein Notfallset (Cortison, Adrenalin, Antihistaminikum) mitführen und sofort anwenden, wenn man gestochen wurde.
- Kein Essen oder Trinken im Freien (Süßigkeiten, Obst, Bier, Limonade, Coladosen)
- In der Nähe von Bienen und Wespen rasche Bewegungen vermeiden und nicht nach ihnen schlagen.
- Möglichst nicht in die Nähe von blühenden Blumen oder reifem Fallobst gehen. Vorsicht beim Obst- und Blumenpflücken.
- Vorsicht bei Gartenarbeiten! Bedecken Sie dabei soviel wie möglich von Ihrem Körper (lange Ärmel, lange Hosen, Hut).
- Weite, flatternde Kleider, schwarze Stoffe und farbige Blumenmuster meiden.
- Meiden Sie Parfüms, Haarsprays, stark parfümierte Pflegeprodukte.
- Lassen Sie beim Essen im Freien keine Süßigkeiten oder Fleischreste herumliegen.
- Gehen Sie im Sommer nie barfuss. Bienen bevorzugen den Aufenthalt im Klee, und viele Wespen leben in Bodenlöchern.
- Meiden Sie Mülltonnen und Abfallkörbe im Freien.
- Vorsicht beim Kochen von Süßspeisen (Marmelade/ Obst einwecken)
Erstmaßnahmen nach Stichen
- Sofort Hilfe holen
- Den Stachel rasch entfernen (mit dem Finger wegschnippen)
- Oberhalb des Stiches an Armen oder Beinen Stauschlauch anlegen
- Notfallset bereithalten
- schnell wirkendes Antihistaminikum
- rasch wirkend Nebennierenrindenhormone (Kortikoid in flüssiger Form)
- Adrenalin, möglichst zur subkutanen Injektion
- Beta–2–Mimetikum zum Einsprühen der hinteren Rachenwand, gleichzeitig tief einatmen
Mit freundlicher Empfehlung: Aventis-Pharma Deutschland GmbH - Allergieservice
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