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Allergiker im Urlaub

Man nennt sie die schönste Zeit des Jahres - die Urlaubszeit. Und dennoch bedeutet sie für Allergiker nicht immer nur Erholung pur, sondern zunächst einmal einen erheblichen Mehraufwand schon bei der Planung und Vorbereitung.

Als Allergiker müssen Sie nämlich zuerst einmal die Entscheidung treffen, ob Sie etwas "für" (oder gegen) Ihre Allergie tun möchten, also eine Art "Kurlaub" machen. Oder anders ausgedrückt: Urlaub auf dem Bauernhof kommt für Tierhaarallergiker natürlich nicht in Frage. Ein günstiges allergikerfreundliches Klima herrscht an der See mit sauberer, klarer Luft zum besseren Atmen. Aber auch die Berge mit mittleren Höhen von 1500 bis 2000 m dürfen als für Allergiker geeignet eingestuft werden.

See und Gebirge bieten die größte Milbenfreiheit und den geringsten Pollenflug. Sollten Sie aber das Bedürfnis haben, einmal alles zu vergessen, so können Sie an jedem anderen Ort Urlaub machen, vorausgesetzt, Sie vergessen nicht: Ihre Allergie ist nicht beurlaubt! Ihr Urlaub steht und fällt somit u.U. mit der sorgfältigen Reiseplanung und -vorbereitung.

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt die Wunschziele und gehen Sie mit ihm eine Checkliste durch

Tips bezüglich der Medikamente:

  1. Lassen Sie sich Ihre Medikamente (Antiallergika, Asthmamedikamente usw.) in ausreichender (am besten doppelter) Menge verordnen.
  2. Medikamente (Notfallapotheke) gehören nicht ins Gepäck, sondern in die Handtasche. Dies ist bei Flugreisen besonders wichtig. Ein Ersatzrezept kann in der Tasche mitgenommen werden.
  3. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt, ob Ihr Medikament im Urlaubsland verfügbar und unter welchem Namen es dort zu haben ist (aufschreiben!).
  4. Wenn Sie ins Ausland möchten: Lassen Sie sich Ihren Allergie-Paß nach Möglichkeit auch in Englisch abfassen.
  5. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt (rechtzeitig!) über die Möglichkeit einer spezifischen Immuntherapie oder Kurzzeit-Hyposensibilisierung.
  6. Nehmen Sie ein Antihistaminikum mit, auch wenn Sie es vielleicht zu Hause nur selten benötigen.

Von ärztlicher bzw. medikamentöser Seite haben Sie nun die besten Voraussetzungen, daß Ihrem Urlaub auch im Falle eines Notfalls nicht gleich ein Ende gesetzt wird. Dazu können Sie aber auch noch weiter beitragen, indem Sie Urlaubsort, Umgebung und Hotel, vor der Buchung sorgfältig inspizieren. Wenn Sie Pollenallergiker sind, sollten Sie z.B. prüfen, welche Jahreszeit im gewählten Urlaubsland zum Reisetermin ist, und welche Pollen dort wann unterwegs sind. Polleninformationsdienste sind für ganz Europa abrufbar.

Ansonsten müssen Sie aber leider noch sehr viel Eigeninitiative zeigen, denn obwohl der Anteil der Allergiker an der bundesdeutschen Bevölkerung mit ca. 15 Prozent beziffert wird, haben die Reiseorganisationen diesen Markt für sich noch nicht entdeckt. Bislang gibt es in Deutschland selbst nur wenige Hotels, die man mit gutem Gewissen mit der Bezeichnung "für Allergiker geeignet" versehen darf. Im Ausland scheitert bereits die Suche danach, mit Ausnahme von Österreich, in den meisten Fällen.

Wenn Sie ein für Sie geeignetes Hotel suchen, fragen Sie vorher unbedingt, ob ...
  • ... Haustiere im Hotel verboten sind?
  • ... das Hotel über Nichtraucher-Zimmer verfügt?
  • ... die Zimmer mit Holzfußboden anstatt Teppichboden ausgestattet sind?
  • ... das Bad belüftet werden kann? (ohne Fenster steigt die Möglichkeit auf Schimmel und Pilzsporen).
  • ... die Zimmerwände glatte Tapeten oder Rauhputz haben? (Strukturtapeten/Vinylschaumtapeten sind "kuschelige" Wohnstätten für Sporen).
  • ... sich die Matratze in gutem Zustand befindet. Scheuen Sie sich nicht, danach zu fragen, denn man hat selbst in guten (teuren) Hotels festgestellt, daß die Matratzen Rückstände von mehreren hundert Litern Schweiß und sonstigen Körperflüssigkeiten in sich bergen, ganz abgesehen von den Milben. Nehmen Sie im Zweifelsfall, oder wenn Sie starker Milbenallergiker sind, Ihre eigenen Encasings mit.

Sind Sie kein Nahrungsmittel-Allergiker, kann der Urlaub für Sie jetzt eigentlich beginnen. Sind Sie es, dann sollten Sie über den gesamten Urlaubszeitraum besonders wachsam sein. Karenz bei einer bekannten Fischallergie zu üben, fällt ja nun leicht. In vielen Ländern aber gibt es Zutaten, von deren Existenz Sie vielleicht nicht einmal ahnen, geschweige denn, daß Sie wissen, ob Sie allergisch darauf reagieren. Also: Fragen Sie nach den Zutaten, den Inhaltsstoffen und dies nicht nur, wenn Sie eine Speise nicht eindeutig identifizieren können. Im Zweifelsfall ist hier - in Absprache mit Ihrem Arzt - immer die Einnahme eines Antihistaminikums hilfreich.

Und zum Schluß: Nehmen Sie Ihre Hautpflegeprodukte bzw. Sonnencremes von zu Hause mit.

Dann wissen Sie was Sie nehmen und Ihr Körper muß sich nicht mit fremden Stoffen auseinandersetzen und mit einer Allergie zur Wehr setzen.

Mit freundlicher Empfehlung: Aventis-Pharma Deutschland GmbH - Allergieservice

 
 
 
 
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