Therapiemaßnahmen bei Allergien
1. Die richtige Lebensweise
Die erste Maßnahme bei Heuschnupfen ist Allergenkarenz. Das bedeutet, die auslösenden Stoffe soweit wie möglich zu vermeiden. Das ist bei einigen Substanzen leichter, bei anderen leider fast unmöglich. Einige Beispiele:
- Ein Tierhaarallergiker sollte keine Haustiere halten!
- Nahrungsmittelallergiker müssen natürlich auf die entsprechenden Lebensmittel verzichten!
- Bei Schimmelpilzallergie sollte die Wohnung auf eventuelle Quellen hin untersucht und ggf. saniert werden (Bsp. feuchte Stellen in der Wand; keine oder wenig Topfpflanzen)
- Bei Hausstauballergie hilft ebenfalls eine Sanierung der Wohnung - keine Teppiche, wenig Polster, Spezialmatratzen. Außerdem: Nur feucht staubwischen!
- Pollenallergiker haben es während der Hauptblühzeit "ihrer" Pflanzen besonders schwer, da der Allergenkontakt praktisch nicht vermieden werden kann. Es gibt jedoch einige Hilfsmittel, z.B. Filter fürs Auto, die das Leben etwas erleichtern.
- Rechtzeitig Ärztin oder Arzt aufsuchen
2. Hyposensibilisierung
Die Hyposensibilisierung ist die wirksamste Therapie in der Allergologie. Sinngemäß übersetzt bedeutet Hyposensibilisierung "unempfindlich machen". Dabei wird dem Körper wiederholt ein Allergen in steigender Dosierung zugeführt. Die Idee der Behandlung ist es, den Körper des Allergikers allmählich an die ihn krank machende Substanz zu gewöhnen und ihn so weniger empfindlich zu machen. Jede Behandlungslösung wird vom Hersteller individuell für den Patienten hergestellt. Die Zuführung der Allergene durch den Arzt kann in Tropfenform oder als Injektion unter die Haut erfolgen. Die Injektionsabstände betragen anfangs 1 - 2 Wochen, später etwa 4 Wochen.
Wann kommt eine Hyposensibilierung in Frage?
Eine Hyposensibilisierung kann bei Allergien der Atemwege, das sind Heuschnupfen und Asthma, angewandt werden. Außerdem werden Bienen- und Wespengiftallergien auf diese Weise behandelt. Möglicherweise können auch Patienten mit Neurodermitis in Zukunft hyposensibilisiert werden. Die Wissenschaftler arbeiten daran.
Was spricht für eine Hyposensibilisierung?
Einen Heuschnupfen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. In rund 30 % der nicht sorgfältig behandelten Fälle vollzieht sich ein "Etagenwechsel". Das heißt, der Heuschnupfen weitet sich auf die unteren Atemwege aus. Es kann zu einem Asthma Bronchiale kommen.
Ist eine Hyposensibilisierung gefährlich?
Bei der Behandlung besteht immer ein gewisses Risiko. Da der Patient diejenigen Stoffe verabreicht bekommt, die ihn normalerweise krank machen, kann es zu örtlichen Reaktionen der Haut kommen. In selten Fällen treten auch schwere Nebenwirkungen bis hin zum anaphylaktischen Schock auf. Die Behandlung sollte daher immer nur von einem Arzt durchgeführt werden, der jederzeit in der Lage ist, die Symptome zu behandeln. Treten Probleme auf, müssen die Dosierung und der Zeitraum der Injektionsfolge individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Wichtig ist, dass der Patient sich nach der Spritze noch mindestens 30 Minuten in der Praxis des Arztes aufhält. Innerhalb dieser Zeit kann eine allergische Sofortreaktion auftreten. Hat der Patient später deutliche Reaktionen, sollte er den Arzt beim nächsten Besuch informieren, damit die Dosis nicht gesteigert wird.
Welche Nebenwirkungen gibt es?
An der Einstichstelle der Spritze kann es nach einiger Zeit zu einer kleinen Gewebeverhärtung kommen. Diese baut sich in manchen Fällen erst nach mehreren Jahren ab. In seltenen Fällen können Müdigkeit, Nervosität und Kopfschmerz auftreten.
Wie lange dauert die Behandlung?
Die Dauer der Hyposensibilisierung hängt von vielen Faktoren ab: Stärke der Allergie, Dauer der Beschwerden, Alter des Patienten, Art des Allergens. In der Regel sollte eine solche Behandlung spätestens nach 3 Jahren beendet sein.
Wie erfolgreich ist eine Hyposensibilisierung?
Am erfolgreichsten ist eine Hyposensibilisierung bei Kindern und Jugendlichen und bei neu aufgetretenen Allergien in den ersten Jahren. Die besten Ergebnisse zeigen sich bei Bienen- und Wespengiftallergien: Die Erfolgsrate beträgt 90 %. Die Behandlungserfolge bei Pollenallergien liegen bei 80 %, für Milben- und Schimmelpilzallergene liegen sie etwas niedriger.
Mit welchen Allergenen kann man eine Hyposensibilisierung durchführen?
Die wichtigsten Allergene sind Pollen, Milben, bestimmte Schimmelpilze und gelegentlich Berufsallergene, wie zum Beispiel Mehle. Auch mit Tierhaaren und Insektengiften lässt sich eine Hyposensibilisierung durchführen. Diese Behandlung ist jedoch besonders gefährlich, weil diese Allergene sehr stark wirksam sind und dementsprechend häufig Nebenreaktionen auftreten.
3. Medikamentöse Behandlung
Die medikamentöse Behandlung dient zur Linderung und Vermeidung der Krankheitssymptome und zur Behandlung der entzündlichen Schleimhautschwellungen. Sie bekämpft zwar nur die Symptome, nicht die Ursache, ist jedoch oft die einzige Möglichkeit, um den betroffenen Patienten, beschwerdefreie oder mit nur geringen Beschwerden belastete Tage zu verschaffen.
- Antihistaminika
Im Verlauf der allergischen Reaktionen wird vermehrt Histamin freigesetzt, das als Botenstoff die allergischen Reaktionen des Körpers, wie Juckreiz, Schleimhautschwellung usw. veranlasst. Antihistaminika-Präparate wirken den Histamin-Effekten entgegen. Sie helfen dadurch gegen den Juckreiz und Hautausschlag, mindern Schwellungen und dämmen Niesattacken und Nasenfluss ein. Die beschwerdelindernden Wirkungen treten bereits nach wenigen Minuten ein. Präparate, die direkt lokal am Ort der Beschwerden (also Nase oder Augen) eingesetzt werden, verursachen fast keine Nebenwirkungen mehr. - Dinatriumcromoglycat (DNCG)
DNCG stabilisiert die Mastzellen und blockiert damit deren Histaminausschüttung. DNCG wirkt nicht bei akut auftretenden Beschwerden, sondern vorbeugend. Deshalb muss DNCG beispielsweise während der Pollensaison regelmäßig (täglich) angewendet werden, oder ca. eine Stunde vor dem Genuss einer Mahlzeit, die Nahrungsallergene enthalten könnte. - Abschwellende Mittel Sehr viele Pollenallergiker greifen regelmäßig zu abschwellenden Nasensprays, weil sie sich besonders durch die ständig zugeschwollene Nase gestört fühlen. Leider wirken diese Medikamente nicht gegen die allergische Reaktion. Sie bessern lediglich die Symptome – und zwar nur für kurze Zeit. Danach muß "nachgesprüht" werden. Nach einigen Tagen können diese Sprays sogar selbst zu einem sogenannten "medikamentösen Schnupfen" führen.
- Kortison
Das Kortison, ein körpereigenes Hormon der Nebennierenrinde, wird eingesetzt, um bleibende Schäden als Folge der chronischen, allergisch verursachten Entzündung in ihrem Ausmaß zurückzuhalten. Bei inhalativen Allergien wird es überwiegend als Spray zur Inhalation oder als Nasenspray eingesetzt. Kortison schützt die Schleimhäute vor den Entzündungserscheinungen. Als Spray ist es nahezu frei von Nebenwirkungen, da es hier direkt an die Schleimhäute und nicht in den Blutkreislauf gelangt. Auch Kortison entfaltet seine Wirkung vorbeugend; es wirkt nicht im akuten Anfall. Bei Hautekzemen werden kortisonhaltige Hautcremes verwendet, um das Ekzem zum Abheilen zu bringen und einer chronischen Hautveränderung vorzubeugen.
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