Akuter Durchfall

Tritt die Durchfallerkrankung akut auf, spricht dies in vielen Fällen für eine infektiöse Ursache durch Bakterien, Viren oder Einzeller (Protozoen). Deutlich seltener treten die akuten Durchfälle aufgrund eingenommener Medikamente, falscher Nahrungsmittel oder wegen einer Lebensmittelallergie auf.
Infektiöse Formen des Durchfalls
Verursacht werden die infektiösen Durchfälle vorwiegend aufgrund schlechter hygienischer Bedingungen in der Umgebung. Die Verschmutzungen von Trinkwasserreservoiren, wie sie in einigen Ländern der Dritten Welt regelmäßig angetroffen werden, ist eine der wichtigsten Infektionsquellen.
Weltweit sterben, vorwiegend in den Entwicklungsländern, jährlich bis zu 5 Millionen Menschen an Durchfall. Die meisten davon sind Kinder unter fünf Jahren.
Unterernährung und mangelnde ärztliche oder medikamentöse Versorgung begünstigen die Häufigkeit des Auftretens von Durchfall, die Dauer und Schwere des Erkrankungsverlaufs sowie die hohe Sterberate in diesen Ländern.
Ein wichtiger Fortschritt bei der Therapie der infektiösen Durchfälle war die Entwicklung der oral zu verabreichenden Glucose-Elektrolyt-Lösungen (ORL). Mit diesen Lösungen ist der Ausgleich des durch den Durchfall verursachten Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes möglich, der als erste und entscheidende Therapiemaßnahme erforderlich und oft lebensrettend ist.
Diese Lösung sollte eine bestimmte, von der Weltgesundheits- organisation (WHO) empfohlene Zusammensetzung besitzen, damit sie optimal wirksam ist. Kinder in Entwicklungsländern erhalten eine identische Trinklösung wie die Erwachsenen, während in den Industrienationen eine speziell auf Kinder abgestimmte Lösung (ESPGAN-Zusammensetzung) verabreicht wird. In den allermeisten Fällen genügt es, die Glucose-Elektrolyt-Lösung, z. B. als Elotrans® oder Oralpädon® 240, oral aufzunehmen, also zu trinken, und nur in sehr schweren Fällen oder bei Schluckstörungen werden Glucose-Elektrolyt-Lösungen als Infusion verabreicht.
Reisediarrhoe
Infektionen des Magen-Darm-Traktes spielen heutzutage eine enorme Rolle bei den auf Fernreisen erworbenen Reise- und Tropenkrankheiten. Die Reisediarrhoe dominiert unter den Beschwerden, die während eines Aufenthaltes in den Tropen, Subtropen oder den Ländern der Dritten Welt erworben werden, bei weitem. Immerhin sind weltweit jährlich etwa 75 Millionen Menschen unterwegs zu weit entfernten touristischen Reisezielen, von denen bis zu 55 Prozent während ihres Aufenthaltes an einem Reisedurchfall erkranken.
Der sicherste und wichtigste Weg zur Vermeidung einer infektiösen Durchfallerkrankung auf Reisen ist die Vorsorge (Prophylaxe). Hierzu gehört in erster Linie eine sorgfältige Information über die hygienischen Bedingungen und die jeweils vorherrschenden Infektionsrisiken, die einen Reisenden in dem Zielland erwarten.
Für das Auftreten dieser meist nur kurzfristig andauernden Gesundheitsstörung werden sehr unterschiedliche Auslösemechanismen diskutiert. Bereits die mit der Reise verbundene Aufregung und der Streß, die Zeitzonenverschiebung und nicht zuletzt die veränderte Ernährung können als Ursachen für den Durchfall angenommen werden. Einige Reisende möchten gerne eine medikamentöse Prophylaxe mit Antibiotika (antibakteriell wirksame Medikamente) oder spezifischen Hefepräparaten durchführen, um einer Durchfallerkrankung bereits vorher entgegenzuwirken. Bei Antibiotika handelt es sich aber um hochwirksame Arzneimittel, die mit unterschiedlichen Nebenwirkungen behaftet sind. So können beispielsweise durch einige antibiotische Substanzen phototoxische Reaktionen (Lichtempfindlichkeit) auftreten, wenn man sich in der Sonne aufhält. Diese verursachen gerötete und juckende Hautveränderungen, die eine erneute Erkrankung darstellen. Bekannt ist auch, daß Antibiotika per se zu Durchfall führen können.
Tropenmediziner plädieren nicht zuletzt aus diesen Gründen dafür, Antibiotika nur für den Fall einer tatsächlich eingetretenen bakteriellen Reisediarrhoe vorzubehalten und eine prophylaktische Gabe eventuell bei Risikogruppen durchzuführen. Dazu gehören vor allem diejenigen Personen, bei denen ein schwerer Durchfall zu bedrohlichen Gesundheitsproblemen führen würde. Zur Vorsorge gehört es für den gesunden Reisenden in erster Linie, die Empfehlungen zum richtigen Verhalten in dem jeweiligen Reiseland zu kennen und zu beherzigen.
Für Hefepräparate konnte eine schützende Wirkung in einigen Untersuchungen nachgewiesen werden (Saccaromyces-Hefen).
Der auf Reisen erworbene Durchfall wird als „Montezumas Rache“, „Karachi-Krankheit“ oder „Delhi Belly“ bezeichnet. In den meisten Fällen liegt eine Infektion durch unterschiedliche und fremdartige Erreger vor.
Über 40 Prozent der auf Reisen erworbenen Durchfälle werden einem Erreger zur Last gelegt, der als enterotoxischer Escherichia coli (ETEC) identifiziert ist. Aber auch Salmonellen, Shigellen, Camphylobacter und andere Bakterien sind häufige Verursacher des Reisedurchfalls.
Besonders in Endemiegebieten (Durchseuchungsgebiete) können einzellige Lebewesen wie Lamblien oder Amöben zu schweren Durchfallerkrankungen führen, die meist über lange Zeit anhalten (persistieren) und erst nach einer spezifischen medikamentösen Therapie geheilt werden können.
Aufgrund der mangelhaften hygienischen Voraussetzungen in den Tropen und Subtropen, die sich von denen in den westlichen Industrienationen erheblich unterscheiden, ist nicht nur das Wasser, sondern sind auch viele Nahrungsmittel mit unterschiedlichen Erregern kontaminiert. Leitungswasser besitzt bei weitem nicht die bei uns vorhandene Trinkwasserqualität. Es sollte daher ausschließlich in abgekochtem Zustand als Getränk oder bei der Nahrungszubereitung verwendet werden.
Während die dort einheimische Bevölkerung lebenslang mit diesen Erregern konfrontiert ist und ihr Immunsystem eine gewisse Widerstandskraft gegen einige Infektionen aufgebaut hat, erwerben sich die Touristen aus den westlichen Industrienationen hier mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Darminfektion. Reise- und Tropenmediziner empfehlen daher grundsätzlich:
Peel it, boil it, cook it - or forget it
Damit sind Empfehlungen ausgesprochen, die von allen Tropenreisenden unbedingt berücksichtigt werden sollten:
- Rohe Nahrungsmittel, besonders Fleisch oder Fisch, sollten überhaupt nicht verzehrt werden.
- Obst und Salat müssen gründlich gewaschen werden, alle anderen Nahrungsmittel sollten ausschließlich in gekochtem oder gebratenem Zustand gegessen werden, und Wasser ist immer abzukochen.
- Eine besondere Gefahr geht von den Eiswürfeln in den Getränken aus, die man aufgrund der großen Hitze in den jeweiligen Regionen unbedacht und in großer Menge in die Getränke gibt. Selbst wenn nur Getränke aus industriell abgefüllten Flaschen verwendet werden - mit einem Eiswürfel aus vorher nicht abgekochtem Wasser werden sie zum potentiellen Durchfall-Verursacher.
- Speiseeis und alle Milchprodukte sollten gemieden werden, und es ist immer besser, sich die Zähne mit Mineralwasser zu putzen, als durch kontaminiertes Leitungswasser einen Durchfall zu bekommen.

Was tut man aber, wenn es einen dennoch erwischt hat und man die wertvollen Urlaubstage mit einem Durchfall verbringt?
In vielen Fällen verlaufen diese Durchfälle milde und sind nach wenigen Tagen spontan wieder verschwunden. Dennoch gehen sie oft mit erheblichen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie einem allgemeinen Müdigkeits- und Schwächegefühl einher. Diese Symptome können durch unterschiedliche Verhaltens- und medikamentöse Maßnahmen gebessert werden. So wird Erwachsenen empfohlen, eine kurze therapeutische Teepause (6 bis max. 10 Stunden) einzulegen. Dabei wird reichlich Flüssigkeit getrunken (z.B. Tee), eventuell etwas Zwieback gegessen, und später kann man, bei entsprechendem Appetit, leicht verdauliche Nahrungsmittel zu sich nehmen. Rasch ausgeglichen wird der durchfallbedingte Flüssigkeits- und Elektrolytverlust durch eine Glucose-Elektrolyt-Lösung (z. B. Elotrans®), deren Zusammenstellung von der Weltgesundheits- organisation vorgegeben ist und die in keiner Reiseapotheke fehlen darf. Gegen die auftretenden Durchfallsymptome und häufig gleichzeitig bestehende Übelkeit sowie Bauchkrämpfe sollten ebenfalls Medikamente in der Reiseapotheke mitgenommen werden (z. B. Uzara®). Für Kinder steht eine dem kindlichen Bedarf angepaßte Glucose-Elektrolyt-Lösung z. B. als Oralpädon® 240 zur Verfügung (s. a. Kapitel „Behandlung des Durchfalls“).
Hält eine auf Reisen erworbene Diarrhoe über mehrere Tage und Wochen oder sogar über die Zeit nach der Rückkehr aus dem Urlaubsland an, muß unbedingt ein Arzt oder Tropenmediziner aufgesucht werden, damit die zugrundeliegende Ursache oder die Erregertypen exakt diagnostisch abgeklärt und eine gezielte Behandlung eingeleitet wird.
Bei einigen bakteriellen Durchfällen wird eine Therapie mit Antibiotika erforderlich, bei Einzellern wie Amöben oder Lamblien kann nur eine Gabe von spezifischen, gegen diese Einzeller wirkenden Arzneimitteln (z. B. Metronidazol) den Durchfall heilen. Salmonellen, Typhus oder Paratyphus, Cholera und viele andere Erkrankungen sind als spezielle Tropeninfektionen bekannt, die den Organismus schwer schädigen können und einer gezielten medikamentösen Therapie zur Beseitigung der schweren Symptome und zur Verhinderung von Folgeschäden bedürfen. Eine Heilung und Elimination der Erreger ist auch deshalb notwendig, weil ausgeschlossen werden muß, daß die infizierten Personen zu Dauerausscheidern von Krankheitserregern werden und diese in ihrer sozialen und beruflichen Umgebung verbreiten (s. Kapitel „Behandlung des akuten Durchfalls“).

Schädigungsmuster unterschiedlicher Erreger an der Darmschleimhaut
Parasitär bedingter Durchfall
Parasiten, die zu schweren Darmerkrankungen führen können und Durchfall hervorrufen, sind Protozoen (Einzeller) und Helminthen (Würmer). Meist wird ein ruhrähnliches Krankheitsbild (z.B. Amöbenruhr) hervorgerufen, bei dem es zu wäßrigen bis blutigen Durchfällen mit Fieber kommt, und die Betroffenen sind schwer erkrankt.
Lambliasis
Lamblien gehören zu den Protozoen und sind einzellige Lebewesen. Sie haben ein birnenförmiges Aussehen und sind vor allem in den Tropen und Subtropen weit verbreitet. Dieser Erreger verfügt über Geißeln und Saugnäpfe, mit denen er sich an den Schleimhautzellen des Darmes anheftet. Vorwiegend nistet sich dieser Erreger im Dünndarm des Menschen ein und verursacht dort erhebliche Resorptionsstörungen. Dies bedeutet, daß Nahrungsbestandteile und Flüssigkeiten nicht mehr aus dem Dünndarm aufgenommen werden und es zu großvolumigen, übelriechenden Durchfällen kommt, die auch Blutbeimischungen enthalten können. Damit verbunden ist immer eine verminderte Aufnahme von wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien.

Amöbenruhr
Die Amöben bilden während ihres normalen Entwicklungszyklus Zysten aus. Außerdem dringen sie tief in die Schleimhautzellen des Darms ein. Sie können sogar die Darmwand durchwandern und bilden mit Erregern gefüllte Hohlräume (Abszesse).
Auf dem Blutweg gelangen sie bevorzugt in die Leber oder zu anderen Organen, zum Beispiel in die Lunge, das Auge oder in das Gehirn, wo die amöbengefüllten Abszesse entstehen können.
Einige der Amöbeninfektionen verlaufen ohne dramatische Symptome oder relativ symptomarm, andere wiederum verursachen heftige Durchfälle, die große Blutbeimischungen enthalten können. Bauchschmerzen und Krämpfe treten fast immer auf.
Es werden aber sowohl von den asymptomatisch (ohne Beschwerden) als auch von den symptomatisch (mit Beschwerden) Erkrankten immer Amöbenzysten mit dem Stuhlgang ausgeschieden. Diese sind für den Tropenmediziner ein wesentliches Kriterium zur korrekten Erkennung, Zuordnung, Diagnosestellung und Therapie dieser speziellen Darminfektion.
Behandlung
Zur wirksamen Behandlung einer Amöbenruhr und von Lamblien sind ganz spezielle Medikamente erforderlich (z.B. Metronidazol), die in der Lage sind, die einzelligen Parasiten abzutöten. Nur damit ist eine erfolgreiche Behandlung der Ursache möglich, und die Zystenbildung sowie die Ausbreitung des Erregers werden verhindert.

Zur symptomatischen Behandlung sind krampflindernde sowie gegen den Durchfall wirksame Substanzen hilfreich. Vor allem die Auffüllung der mit dem Durchfall verlorenen großen Flüssigkeits- und Elektrolytmengen über eine orale Glucose-Elektrolyt-Lösung ist unverzichtbar.
Synthetische Substanzen, die gegen den Durchfall wirken, indem sie die Darmbeweglichkeit lähmen (opioidhaltige Medikamente), bergen das Risiko, daß die Amöben im Darm verbleiben und sich dort vermehren oder über den Blutweg in den gesamten Organismus gelangen und dort gestreut werden können.
Sie dürfen bei diesem Krankheitsbild nicht gegeben werden (s. a. Kapitel „Behandlung des akuten Durchfalls“).
Infektion mit Rotaviren

Insbesondere die kindlichen Durchfälle werden in Europa zu einem großen Teil (60 bis 70 Prozent) von Rotaviren ausgelöst. Ebenfalls sind die für den Darm schädlichen Kolibakterien bei den Durchfällen im frühen Kindesalter häufig beteiligt. Die üblicherweise bei Erwachsenen vorliegende große Vielfalt variabler Keime, die einen Durchfall verursachen können, wird bei sehr jungen Kindern eher selten angetroffen.
Gefürchtet, weil sie in der Altersgruppe zu bedrohlichen Durchfällen führen können, sind Rotaviren. Mit zunehmendem Lebensalter wird die Rate der Infektionen durch Rotaviren geringer. Erst im hohen Alter kommt es wieder zu häufigerem Auftreten von Rotaviren-Infektionen mit Durchfall. Es konnte festgestellt werden, daß eine solche Infektion bevorzugt dann auftritt, wenn das Immunsystem des Darmes noch nicht ausgebildet und gestärkt ist, wie dies bei Kindern und Säuglingen in der Regel noch der Fall ist. Auch bei immungeschwächten Personen, also Patienten mit schwerer Grunderkrankung, AIDS, Krebserkrankung sowie bei älteren Menschen können solche Infektionen durch Rotaviren auftreten und bedrohlich werden.
Das Zeichen eines gut ausgebildeten Immunsystems des Darmes sind hohe Werte des Immunglobulin A (IgA). Haben die Kinder einen hohen IgA-Spiegel, sind die Auswirkungen einer Infektion durch Rotaviren weit weniger bedrohlich als bei noch nicht ausgebildetem Immunsystem mit niedrigen IgA-Spiegeln.
Rotaviren

Seine radähnliche Struktur hat dem Rotavirus den Namen gegeben. Er enthält eine innere und eine äußere Kapsel und ein Zentrum (Core), in dem sich die genetische Information befindet. Charakteristischerweise tritt eine Darminfektion durch dieses Virus bevorzugt im Frühjahr und in den Herbstmonaten bei Kindern auf. Bei Erwachsenen werden sie eher selten als Erreger einer Diarrhoe identifiziert.
Infektionsweg
Übertragen wird das Virus durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion. Es hält sich üblicherweise im Nasen-Rachenraum infizierter, meist nicht erkrankter Personen auf und befindet sich dadurch auch im Speichel und Nasensekret der Virusträger, die durch Sprechen, Husten oder Niesen für dessen Verbreitung sorgen. Nach einer Latenzzeit von bis zu 12 Tagen können sich bei den Infizierten alle Symptome eines schweren Durchfalls entwickeln. Neben einem allgemeinen Krankheitsgefühl, begleitet von Fieber, Übelkeit und Erbrechen, stellen sich schwere wäßrige Durchfälle ein. Kopf- und Muskelschmerzen sind häufige Begleitsymptome einer durch Rotaviren verursachten Erkrankung.
Dieser Erreger kann bei Säuglingen und Kleinkindern zu schweren Krankheitsverläufen führen, die bis zu einer Mitbeteiligung des Gehirns reichen können. Das Virus wird im Stuhl oder Rachensekret nachgewiesen.
Die Erkrankung beginnt oft mit plötzlichem Erbrechen, dem innerhalb weniger Stunden ein schwerer Durchfall folgt. Wesentliches Kennzeichen eines Durchfalls durch Rotaviren-Infektion ist das Fehlen von blutigem Stuhlgang.
Die ausgeprägte Entzündung der Darmschleimhaut ruft die unterschiedlichen Entzündungszellen des körpereigenen Abwehrsystems auf den Plan. Bis zur endgültigen Heilung der Erkrankung können aber in schweren Fällen trotz intensiver Behandlung einige Wochen vergehen.

Geschädigt werden durch Rotaviren die obersten Zellen der Darmzotten im Zwölffingerdarm und im Dünndarm. Mit fortschreitender Schädigung der oberen Schleimhautareale werden die Darmzotten immer kürzer. Die normalerweise weit in die Darmlichtung reichenden Darmzotten dienen der maximalen Vergrößerung der Schleimhautoberfläche. Mit zunehmender Verkürzung der Zotten wird diese Oberfläche verkleinert. Dies bringt naturgemäß eine Einbuße der Schleimhautfunktion mit sich, indem Wasser, Nährstoffe und andere lebenswichtige Bausteine wie Elektrolyte, Mineralstoffe und Vitamine in deutlich geringeren Mengen aufgenommen und dem Körper zugeführt werden können.
Im Darm verbleiben zu viele Nahrungsbestandteile, die wiederum zu einem erhöhten Einstrom von Flüssigkeit in den Darm führen. Neben einer Mangelernährung durch nicht ausreichende Aufnahme und verminderten Abtransport der Nährstoffe durch die Darmwand entsteht so gleichzeitig auch ein erheblicher Flüssigkeitsverlust.
Weil Kinder in sehr frühem Lebensalter bei schwerem Durchfall wegen der großen Flüssigkeitsverluste sehr rasch sogenannte Dehydrationserscheinungen (Austrocknungserscheinungen) aufweisen, die sogar zu einem schockartigen Zustand führen können, gehört es zu den vordringlichsten therapeutischen Maßnahmen, die Flüssigkeits- und Elektrolytverluste auszugleichen. Dazu steht eine besonders an den kindlichen Bedarf angepaßte Glucose-Elektrolyt-Lösung als z. B. Oralpädon® 240 zur Verfügung. Diese Zusammensetzung der Lösung wird von europäischen Kinderärzten bei allen kindlichen Diarrhoen empfohlen, also nicht nur bei Rotaviren-Infektionen.
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