Behandlung des akuten Durchfalls
Durchfalltherapie bei Erwachsenen
Auch wenn Erwachsene einen Flüssigkeitsverlust deutlich besser ausgleichen können als Säuglinge, Kleinkinder oder Senioren, beruht die wichtigste Maßnahme der Behandlung bei allen Patienten auf den gleichen Grundsätzen: der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust muß möglichst rasch ausgeglichen werden. Hier hat die Weltgesundheitsorganisation Empfehlungen für die richtige Zusammensetzung einer oralen Glucose-Elektrolyt-Lösung ausgesprochen. Die diesen Empfehlungen exakt entsprechende Lösung steht in der Apotheke als z. B. Elotrans® zur Verfügung.
Die Darmschleimhaut des Erwachsenen kann eine Kochsalz enthaltende Flüssigkeit nur dann optimal aufnehmen, wenn gleichzeitig Glucose (Zucker) in ausreichender Konzentration vorhanden ist.
Die gleichzeitige Gabe der Substanzen Kochsalz und Glucose stellt sicher, daß diejenigen Darmabschnitte, die nicht von der Infektion befallen sind, optimal stimuliert werden und eine gesteigerte Flüssigkeitsaufnahme über diese Darmschleimhautregion erfolgen kann.
Ein wichtiger Inhaltsstoff jeder oralen Rehydrations-Lösung ist auch das Kalium, weil bei Durchfall ein Kaliumverlust parallel zu dem Kochsalzverlust stattfindet. Einen Kaliummangel nimmt aber die glatte Muskulatur übel, und es kann zu Herzrhythmusstörungen, Krämpfen und krampfartigen Schmerzen sowie zu Störungen der glatten Darmmuskulatur kommen, die wiederum den Durchfall verstärken.
Ebenfalls enthalten sollte die optimale Lösung zur oralen Rehydratation sogenanntes Bicarbonat, welches eine Übersäuerung der Zellen und des Gewebes verhindert. Zustände der zellulären Übersäuerung werden bei schwerem Durchfall oder langdauerndem Erbrechen nicht selten beobachtet.
Hierzu ist das in der Glucose-Elektrolyt-Lösung enthaltene Citrat gut geeignet. Gleichzeitig sorgt Citrat auch als wohlschmeckende Komponente für eine bessere Trinkbarkeit.
Ein praktisches Vorgehen bei der Durchfalltherapie mit Elotrans® ist es, den Beutelinhalt in 200 Millilitern kaltem oder warmem Trinkwasser aufzulösen. Vom Schulkind bis zum Erwachsenen wird mit dieser Therapie eine rasche Beseitigung der mit dem Durchfall verbundenen Beschwerden (Krankheits- und Schwächegefühl) erreicht, wenn mehrmals täglich der Inhalt eines Beutels eingenommen wird, bis die Erkrankung vollständig abgeklungen ist.
Gegen die erhöhte Darmtätigkeit und die spezifischen Beschwerden des Durchfalls, die sich als krampfartige Bauchschmerzen darstellen und oft mit Übelkeit einhergehen, stehen wirksame Medikamente zur Verfügung, die in der Apotheke erhältlich sind.
Nachfolgend werden die wichtigsten Vorgehensweisen aufgelistet, durch die man den Durchfall beseitigen und die unangenehmen Begleitbeschwerden lindern kann.
- An erster Stelle jeder Behandlung eines Durchfalls steht die Wiederauffüllung der verlorenen Flüssigkeit und Elektrolyte. Während bei gesunden Erwachsenen mit sehr leichten Durchfällen dies noch mit einer vermehrten Zufuhr von Mineralwasser, Tee oder Fruchtsaft auszugleichen ist, sollte jeder Flüssigkeitsverlust bei Säuglingen, Kindern und Senioren und bei jeder schweren Erkrankung von Erwachsenen durch eine orale Rehydrationslösung ausgeglichen werden. Diese steht in einer exakt auf die Verluste abgestimmten Zusammensetzung zur Verfügung und ersetzt sehr rasch die verlorene Flüssigkeit sowie den damit verbundenen Elektrolytverlust. Nicht zuletzt, weil die Aufnahmekapazität der bei Durchfall oft geschädigten Darmwandzellen herabgesetzt ist, sollte die gute Wirkung der oralen Glucose-Elektrolyt-Lösung genutzt werden. Die Flüssigkeits- und Elektrolytaufnahme der Darmwandzellen wird stimuliert, so daß eine normale Flüssigkeits- und Elektrolytbalance rasch wieder hergestellt ist.
- Antiperistaltische Mittel oder sogenannte Motilitätshemmer wie Loperamid vermindern die krankhaft gesteigerte Beweglichkeit des Darmes und die vermehrte Flüssigkeitssekretion. Durch diese Medikamente kann der Durchfall rasch gestoppt werden, was besonders bei Geschäftsreisenden oder Touristen von großer Bedeutung ist. Allerdings besteht das Risiko, daß bei einer Infektion mit krankmachenden Keimen diese nicht ausgeschieden werden und sich im Darm vermehren können. Daher sind die Motilitätshemmer auch nur für kurze Zeit und nicht ohne ärztlichen Rat einzunehmen. Nicht selten kommt es nach einer Behandlung mit motilitätshemmenden Substanzen zu einer Verstopfung aufgrund einer zu stark verminderten Darmbeweglichkeit.
- Antibiotika sind bei den meisten Durchfallepisoden nicht erforderlich und sollten nur verabreicht werden, wenn der Verdacht besteht, daß eine bakterielle Infektion vorliegt oder Bakterien nachgewiesen wurden. Bei schweren Durchfallerkrankungen mit Fieber sowie bei Risikopatienten mit geschwächtem Immunsystem sind antibiotisch wirksame Substanzen unverzichtbar. Erreger wie Shigellen oder Camphylobacter sprechen auf Ciprofloxacin an. Eine Infektion durch Cholerafibrionen wird mit Fluorchinolonen oder Doxyzyklin oft erfolgreich behandelt.
- Einzellige Lebewesen wie Amöben werden mit einer antibiotisch wirksamen Substanz wie Metronidazol therapiert.
- Lebende Hefezellen wie Saccharomyces-Hefen wirken vorbeugend, besonders bei reisebedingten Durchfällen, und können bereits vor Antritt einer Fernreise eingenommen werden. Einige Studien konnten auch belegen, daß ein durch Antibiotika verursachter Durchfall gut auf eine Behandlung mit diesen Hefen anspricht.
- Regulierend auf die Zahl und die Konsistenz der Durchfälle wirken die Bestandteile der Uzarawurzel. das pflanzliche Arzneimittel wirkt auch der Übelkeit und den krampfartigen Bauchschmerzen entgegen. Ein solches Medikament sollte daher sowohl in der Haus- als auch in der Reiseapotheke nicht fehlen.
Besonderheiten der Therapie bei Säuglingen und Kindern
Akuter Durchfall bei Kindern ist meist eine kurzfristige Gesundheitsstörung, die von selbst wieder verschwindet. Sie ist aber regelmäßig mit mehr oder weniger großen Flüssigkeitsverlusten verbunden, mit denen immer auch vermehrt Elektrolyte und Mineralstoffe ausgeschieden werden.
Säuglinge und Kleinkinder reagieren aber sehr empfindlich auf größere Flüssigkeitsverluste, die nahezu immer mit Elektrolytverschiebungen einhergehen. Sie können diesen Verlust nur schwer ausgleichen oder kompensieren. Daher entstehen in diesem Kollektiv vergleichsweise schnell lebensbedrohliche Krankheitsbilder bei durchfallbedingtem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust.
Auch besteht bei Säuglingen und Kleinkindern aufgrund des ungenügend ausgebildeten Immunsystems das Risiko, daß bei bakterieller oder viraler Durchfallursache die Erreger in den gesamten kindlichen Organismus ausgestreut werden (Sepsis).
Aus diesem Grund ist es unerläßlich und wichtigstes therapeutisches Mittel, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust rasch und korrekt mit geeigneten Glucose-Elektrolyt-Lösungen auszugleichen.
Man bezeichnet das Verfahren, welches der Austrocknung (Dehydration) des Körpers entgegenwirkt, als Rehydrationstherapie.
Für Kinder sind spezielle trinkbare Glucose-Elektrolyt-Mischungen entwickelt worden, sogenannte Rehydrationslösungen. Dadurch existiert ein unverzichtbares Therapiekonzept, welches vielen an Durchfall erkrankten Kindern eine lange Krankheitskarriere erspart, weil es zur Besserung des Durchfalls führt, die Flüssigkeits- und Elektrolytverluste ausgleicht und in vielen Fällen lebensrettend wirkt. Unabhängig davon, ob der Durchfall durch Bakterien oder Viren hervorgerufen wurde, ist mit einer oralen Glucose-Elektrolyt-Lösung bei mehr als 90 Prozent der Kinder eine erfolgreiche Behandlung der Erkrankung möglich.
Je nach Ausmaß des Flüssigkeitsverlustes ist eine Wiederauffüllung des Flüssigkeitsbedarfs über eine Trinklösung sinnvoll. Bei schwerem Erkrankungsverlauf kann es notwendig sein, die Flüssigkeit über eine Infusion zu verabreichen.
Die orale Rehydrationslösung muß gleichzeitig Glucose und Elektrolyte (z.B. Kochsalz) enthalten, weil das Transportsystem für Natrium, eines der wichtigsten Elektrolyte und in normalem Kochsalz (Natriumchlorid/ NaCl) enthalten, nur in Gegenwart von Zucker (Glucose) funktioniert. Wird eine optimale Trinklösung verabreicht, werden die Resorptions- und Transportmechanismen von den noch nicht durch die Infektion geschädigten Schleimhautzellen stimuliert. Dadurch kann der Verlust rascher ausgeglichen und ein weiterer Verlust vermieden werden.
Die Zusammensetzung von Oralpädon® 240 entspricht den Empfehlungen, die von der Europäischen Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (ESPGAN) erarbeitet wurden, um die speziell für Kinder empfohlenen Inhaltsstoffe zu verabreichen (s. Tabelle im Anhang).
Eine zusätzliche und wichtige Behandlungsmaßnahme ist der möglichst frühzeitige Beginn einer Nahrungszufuhr bei Säuglingen und Kleinkindern mit Durchfall. Längst überholt hat sich die Empfehlung, daß Kinder eine mehrtägige Teepause, bei der nur Tee getrunken werden darf und keine Nahrung aufgenommen wird, einhalten sollten. Die wissenschaftliche Forschung konnte feststellen, daß dieses Konzept nicht nur überholt, sondern sogar schädlich ist. Ein Nahrungsentzug bei gleichzeitiger Darmerkrankung führt letztlich nur dazu, daß die Darmschleimhaut noch zusätzlich geschädigt, die Verdauung beeinträchtigt und das normale Wachstum behindert wird, weil sich rasch eine Mangelernährung ausbildet.
Weil die Schädigung der Darmschleimhaut immer mit einer Verringerung der Aufnahme von Nährstoffen über die Darmschleimhaut einhergeht, also eine sogenannte Malabsorption entsteht, kommt es zu sehr unterschiedlichen Mangelerscheinungen der lebensnotwendigen Stoffe. Bei chronischem Durchfall mit langanhaltender Malabsorption entwickeln die Kinder eine Unterernährung, die wiederum das normale Wachstum behindert und zu Gedeihstörungen führt.
Neben der Rehydrationstherapie ist in vielen Fällen keine zusätzliche Gabe von Medikamenten gegen den Durchfall erforderlich. Durchfallmedikamente wirken entweder über eine Beeinflussung der Darmbeweglichkeit (Motilität), oder sie bremsen die übermäßige Sekretion von Flüssigkeit in das Darminnere, sogenannte Sekretionshemmer.
Niemals darf ein Medikament bei Kindern unkritisch angewendet werden. Einige Substanzen können aber hilfreich sein zur Linderung der Beschwerden. Es hat sich speziell bei den Durchfällen, die durch eine Antibiotikagabe hervorgerufen wurden, gezeigt, daß bestimmte Bakterien- oder Hefepräparate in der Lage sind, einen positiven Effekt auf den Durchfall zu bewirken.
Bei Kindern, deren Durchfall von Fieber begleitet wird, oder solchen, bei denen eine Störung der normalen Immunabwehr (Immundefekt) vorliegt, können Antibiotika erforderlich werden, damit die Durchfallerkrankung nicht erheblich verschlimmert wird und zu körperlichen Schäden führt.
Diese Medikamente sind bei Kindern auch erforderlich, wenn der Verdacht auf einen bestimmten verursachenden Keim berechtigt ist oder wenn beispielsweise Salmonellen, Shigellen oder Yersinien im Stuhlgang nachgewiesen wurden.
- Zur Therapie akuter Durchfälle im Kindesalter und zur Verhinderung von schweren Folgeerkrankungen enthält die Glucose-Elektrolyt-Lösung für Kinder eine geringere Salz- (NaCl) und Gesamtkonzentration als die für Erwachsene vorgesehene Lösung der WHO. Während die Dauer und die Schwere des Durchfalls einerseits festgestellt werden, müssen andererseits auch ziemlich exakte Bestimmungen des aktuellen Flüssigkeitsverlustes bei Säuglingen und Kleinkindern vorgenommen werden, damit die richtige Behandlung erfolgen kann. Diese Einschätzung erfolgt durch den Arzt.
- Möglichst frühzeitig muß bei Säuglingen und Kleinkindern wieder Nahrung in Form einer leichten Kost zugeführt werden. Werden die Kinder noch gestillt, sollte ihnen so oft und so lange, wie sie mögen, die Brustmilch angeboten werden.
- Antibiotika sind bei Säuglingen und Kleinkindern nur bei schweren bakteriellen Infektionen (Salmonellen-, Shigelleninfektion) oder wenn ein Immundefekt bekannt ist, erforderlich.
- Zur Behandlung der Symptome, wie beispielweise der Bauchkrämpfe und der Verringerung der Darmbewegung, sind biologische Heilmittel den synthetischen Medikamenten vorzuziehen.
Die Uzarawurzel, ein pflanzliches Arzneimittel
Die Uzarapflanze heißt mit botanischem Namen Xysmalobium undulatum und stammt aus Südafrika. Die Pflanze wird dort auf speziellen Farmen angebaut, um den Bedarf für die Wirkstoffgewinnung sicherzustellen. In der Uzarawurzel sind die wirksamen Bestandteile enthalten, aus denen das pflanzliche Arzneimittel Uzara hergestellt wird.
Uzara ist ein Arzneimittel zur Behandlung von akuten Durchfallerkrankungen, es reduziert rasch die Anzahl der Darmentleerungen. Da es auf natürliche Weise wirkt, wird die Entleerung des Darmes nicht gestoppt, sondern normalisiert.
Gleichzeitig sind von dem pflanzlichen Heilmittel krampflösende (spasmolytische) Wirkungen bekannt, die bereits seit mehr als 90 Jahren in Deutschland zur Behandlung von Durchfällen genutzt werden. Erfolgreiche Anwendungsbeispiele finden sich auch bei krampfartigen Beschwerden der Gebärmutter oder auch der Blase.

Die Wirksamkeit der pflanzlichen Inhaltsstoffe der Uzarawurzel wird über eine Stimulierung desjenigen Nervensystems definiert, welches nicht willentlich kontrolliert werden kann. Solche Nerven befinden sich im Verdauungstrakt, an der Blase und an der Gebärmutter; also überall dort, wo körperliche Funktionen selbständig (autonom) ablaufen. Daher wird dieses Nervensystem auch das autonome Nervensystem genannt.
Im Bereich des Verdauungssystems kommt es nach Gabe von Uzarawurzel-Extrakt zu einer Hemmung der überschießenden Darmbewegung und zu einer Verengung der den Darm versorgenden Blutgefäße. Dieser Effekt entspricht einer therapeutischen Regulierung der krankhaften Darmbeweglichkeit, bei der es nicht zu einer nachfolgenden Verstopfung kommt. Dagegen können opioidhaltige Durchfallmittel die Darmbeweglichkeit unterbinden und zu einer mehr oder weniger ausgeprägten und langanhaltenden Verstopfung führen.
Wird eine Durchfallerkrankung mit Uzara® behandelt, werden gleichzeitig zwei positive Effekte erzielt: Die Abstände zwischen den einzelnen Stuhlentleerungen werden verlängert, bis sich die Stuhlgangsfrequenz normalisiert hat. Gleichzeitig gehen die schmerzhaften Bauchkrämpfe zurück, und die oft vorhandene Übelkeit und eventuelles Erbrechen werden parallel dazu gebessert.
Weil für das pflanzliche Arzneimittel keine unerwünschten Nebenwirkungen bekannt sind, wird die Substanz von einigen Kinderärzten auch zur Behandlung der Durchfallerkrankung bei Kleinkindern und Säuglingen eingesetzt. Die Anwendung ist unproblematisch, weil die Zubereitung als alkoholfreier Saft leicht zu verabreichen ist. Zur Behandlung von Durchfallerkrankungen im Erwachsenenalter steht das Medikament auch als Dragees oder Tropfen zur Verfügung.

Uzarawurzel-Wirkmechanismus
Die Wirkung von Uzara® besteht in einer Verringerung der Darmbewegung. Eine überschießende Darmbewegung (Peristaltik) wird dadurch verringert, daß im Magen-Darm-Trakt und den Eingeweiden die hemmenden Sympathikusfasern angeregt werden. Da Uzara® auf physiologische (natürliche) Weise wirkt, wird die Entleerung des Darmes nicht sofort gestoppt, sondern die Entleerungsabstände werden allmählich länger und normalisieren sich wieder. Gleichzeitig werden eventuell begleitend auftretende Krämpfe beseitigt.
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