Tiefe Beinvenenthrombose
Allgemein entstehen Thrombosen in den tiefen Leitvenen der Extremitäten entweder im Rahmen von Immoblisierungen, nach Venenentzündungen oder bei Gerinnungsstörungen. Aber auch andere Begleitumstände erhöhen das Risiko einer Thrombose.
Lokale Symptome:
- schmerzhafte Schwellung der betroffenen Extremität
- Überwärmung der betroffenen Extremität
- Rötung der betroffenen Extremität
In der initialen Phase ist die Emboliegefahr (Verschleppung des Gerinnsels mit dem Blutstrom) am größten, weshalb eine frühzeitige diagnostische Abklärung notwendig ist. Die Behandlung einer Thrombose geschieht zum Schutz vor Embolien und erfolgt durch eine geeignete Blutverdünnung. Anfänglich werden "Spritzen" verordnet, die dann nach und nach durch Tabletten abgelöst werden. Die Diagnose einer Venenthrombose wird durch bildgebende Verfahren, wie zum Beispiel die Farbduplexsonographie, oder die Phlebographie gestellt. Die gefährlichste Komplikation einer Thrombose ist die Lungenembolie, eine Verschleppung von Blutgerinnseln in die Lungenstrombahn. Verläuft diese Embolie fulminant, so besteht unmittelbare Lebensgefahr und eine stationäre Behandlung ist in der Regel zur Beobachtung notwendig. Die Diagnose Lungenembolie stellt sich allerdings häufiger als stationäre Behandlungen notwendig sind, da bei Thrombosen der tiefen Extremitätenvenen sehr häufig Embolien auftreten, die aber nur selten so symptomatisch werden, dass eine oben angesprochene stationäre Behandlung notwendig wird.
Symptome der Lungenembolie:
- Atemnot
- Stechen in der Brust
- Blutspucken
Die Reisevenenthrombose
Gerade jetzt in der Reisezeit dient der Kompressionsstrumpf zur Prophylaxe vor der sog. Reisevenenthrombose (auch "Economy-class-syndrom"). Für die Entstehung dieser Thrombose wird die Abknickung der Knievene (Vena poplitea) bei stundenlanger beengter Sitzhaltung auf Langstreckenflügen oder Busreisen verantwortlich gemacht.
Risiken für Tiefe Beinvenenthrombose
Niedriges Risiko
- jede Langstreckenreise
Mittleres Risiko (vorliegen von mindestens zwei Risikofaktoren)
- höheres Alter über >40 Jahre
- Herzleistungsschwäche
- Krampfadern und sonstige Zeichen der chronisch venösen Insuffizienz
- Pilleneinnahme
- Übergewicht
- Schwangerschaft
Hohes Risiko
- Thrombosen in der Vorgeschichte
- Tumorkrankheit
- nachgewiesene familiäre Thromboseneigung z. B. Protein-C-, Antithrombin (AT) lll-, Protein-S Mangel "Aktivierte Protein-C (APC) -Resistenz"
- Gipsverband an den Beinen
- kurz vor der Reise durchgeführte Operation mit hohem Thromboserisiko
Prophylaxe der Reisevenenthrombose
- bei niedrigem Risiko
- bei Flugreisen Gangplatz reservieren lassen
- viel Bewegung. Öfter mal aufstehen und die Beine vertreten; im Sitzen: Beugen und Strecken des Grundgelenk im Stehen (Flugzeug) wiederholtes Aufstehen; bei Autoreisen: wiederholte Pausen
- reichlich Flüssigkeitszufuhr (kein Alkohol)
- keine Beruhigungs- oder Schlafmittel auf Flugreisen
- ggf. Ödemprotektiva (7 Tage vor Reisebeginn und mindestens 7 Tage nach Reiseende) einnehmen
- bei mittlerem Risiko: mechanische Maßnahmen zusätzlich zu jenen unter 1.
- Wadenstrümpfe der Kompressionsklasse I bis ll
- bei hohem Risiko (zusätzlich zu 1. und evt. 2.)
- Injektion (Bauchspritze unter die Haut) mit einem niedermolekularen Heparin kurz vor Reiseantritt
- Bei längeren Rundreisen 1 Injektion täglich
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