Schutzimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln
Masern, Mumps und Röteln sind weit verbreitete Erkrankungen, die durch Infektionen mit Viren (Masernvirus, Mumpsvirus, Rötelnvirus) hervorgerufen werden und vorwiegend im Kindesalter - aber auch bei Erwachsenen - auftreten. Da die Schutzimpfungen gegen Masern, Mumps und Röteln meistens kombiniert, d.h. durch ein Gemisch der drei Impfstoffe in einer Spritze, durchgeführt werden (sog. MMR-Impfung), werden die Krankheiten, die Impfung usw. gemeinsam besprochen.
Es gibt keine Medikamente, mit denen Masern, Mumps oder Röteln geheilt werden können. Vor diesen Erkrankung schützt nur die rechtzeitig und konsequent durchgeführte MMR-Impfung!
Masern sind eine häufig schwer verlaufende Krankheit, die leicht von Mensch zu Mensch übertragen wird. Sie geht mit hohem Fieber, Husten, Bindehautentzündung und einem typischen Hautausschlag (Exanthem) einher; die Erkrankung dauert etwa zwei Wochen. Häufig treten als Komplikationen Lungenentzündungen sowie Mittelohrentzündungen auf. Bei etwa einem von 1000 bis 2000 Masernkranken tritt eine Hirnhautentzündung (Enzephalitis) auf, die in Einzelfällen zu bleibender geistiger und körperlicher Behinderung führen kann. Erwachsene sind durch Masern besonders gefährdet, bei ihnen treten diese Komplikationen gehäuft auf.
Mumps ist eine Viruserkrankung, die mit Fieber, Kopfschmerzen und einer Schwellung der Speicheldrüsen ("Ziegenpeter") einhergeht. Bei zumindest jedem zehnten Mumpskranken tritt zusätzlich eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) und gelegentlich des Gehirns (Enzephalitis) auf. Eine zwar seltene, aber typische Komplikation des Mumps ist ein Hörverlust. Bei jedem vierten jugendlichen oder erwachsenen Mann tritt eine Schwellung und Entzündung der Hoden auf, die selten auch zur Unfruchtbarkeit führen kann.
Röteln sind eine meist leicht verlaufende Viruserkrankung, die mit Fieber, Hautaus-schlag (Exanthem) und Lymphknotenschwellungen einhergeht. Treten Röteln während der Schwangerschaft auf, so kann die Infektion auf das Kind im Mutterleib übergehen und insbesondere Missbildungen an Auge, Ohr, am Herzen sowie im Gehirn verursachen. Nicht selten verläuft die Infektion mit Rötelnvirus jedoch ohne Krankheitserscheinungen; auch diese Menschen sind für ihre Umgebung ansteckungsfähig.
Impfstoff
Der Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff besteht aus abgeschwächten, lebenden Viren der drei Arten, die sich im Geimpften vermehren; der Impfstoff wird durch intramuskuläre oder subkutane Injektion verabreicht.
Wer und wann soll geimpft werden?
Die kombinierte Masern-Mumps-Röteln-Schutzimpfung wird allen Kindern (Jungen und Mädchen) ab Beginn des zwölften bis Ende des 15. Lebensmonates empfohlen. Eine zu diesem Zeitpunkt versäumte Impfung kann zu jedem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Steht bei einem Kind die Aufnahme in eine Kinderbetreuungseinrichtung an, kann die erste MMR-Impfung auch vor dem zwölften - jedoch nicht vor dem neunten - Lebensmonat gegeben werden.
Um einen sicheren Impfschutz zu erreichen, wird eine MMR-Wiederimpfung aller Kinder ab Beginn des fünften bis Ende des sechsten Lebensjahres durchgeführt. Die MMR-Wiederimpfung kann aber auch bereits vier Wochen nach der Erstimpfung erfolgen. Ist die erste Impfung noch vor dem zwölften Lebensmonat erfolgt, sollte die Zweitimpfung im zweiten Lebensjahr erfolgen.
Hinweis: Die Ständige Impfkomission empfiehlt nicht mehr die Rötelnimpfung aller Mädchen ab dem elften Lebensjahr. Stattdessen soll bei allen Jugendlichen zwischen dem elften und 18. Lebensjahr geprüft werden, ob sie bereits zwei MMR-Impfungen erhalten haben. Ist dies nicht geschehen, wird die zweite MMR-Impfung so früh wie möglich nachgeholt, spätestens jedoch bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Durch die zweimalige Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln aller Kinder, d.h. Mädchen und Jungen, wird verhindert, dass die Viren weiter in der Bevölkerung kreisen und z.B. ein Junge eine Schwangere mit Röteln ansteckt. Die Masern-Mumps-Röteln-Schutzimpfung von Personen, die bereits gegen eine oder mehrere dieser Krankheiten immun sind, ist risikolos.
Wer soll nicht geimpft werden?
Wer an einer akuten, behandlungs-bedürftigen Krankheit mit Fieber leidet, soll nicht geimpft werden. Auch sollen Kinder mit einer Immunmangelkrankheit - angeboren, erworben, durch Medikamente bedingt - nicht geimpft werden; in solchen Fällen fragen Sie den Hausarzt, wie dennoch ein Schutz zumindest gegen einzelne Erkrankungen bewirkt werden kann.
Die MMR-Impfung soll nicht bei Personen vorgenommen werden, die innerhalb der letzten drei Monate Immunglobulin (Gammaglobulin) erhalten haben oder bei denen im gleichen Zeitraum eine Blutübertragung (Bluttransfusion) vorge-nommen wurde. (Durch die hierbei übertragenen Schutzstoffe (Antikörper) gegen die genannten Viren kann die Impfung unwirksam bleiben.) Wird eine MMR-Impfung bei Erwachsenen geplant, so ist zu beachten, dass sie nicht bei Schwangeren vorgenommen werden soll, da möglicherweise ein - lediglich theoretisches, praktisch jedoch nicht nachgewiesenes - Risiko des Kindes im Mutterleib durch das Impfvirus besteht. Aus dem gleichen Grund ist für die Dauer von mindestens drei Monaten nach der Impfung eine Schwangerschaft zu vermeiden.
Verhalten nach der Impfung
Die Impfviren werden nicht auf Kontaktpersonen übertragen; die Impfung eines Kindes ist also risikolos, auch wenn in der Umgebung eine Schwangere lebt.
Mögliche Reaktionen nach der Impfung
Während oder kurz nach der Masern-Mumps-Röteln-Schutzimpfung kann ein leichtes Brennen, eine Schwellung oder Rötung an der Impfstelle auftreten. Etwa sechs bis 14 Tage nach der Impfung kommt es häufig zu einer kurz andauernden Temperaturerhöhung von ein bis zwei Tagen, verbunden mit Abgeschlagenheit und Hautausschlag, eventuell sind die Augen oder die Luftröhre gereizt. Gelegentlich kommt es zur Schwellung der Speicheldrüse oder der Lymphknoten; bei älteren Jugendlichen und Erwachsenen werden vorübergehend Gelenk-beschwerden beobachtet. In Einzelfällen können auch der Hoden oder die Bauch-speicheldrüse betroffen sein. Die Impfreak-tionen verlaufen leicht und machen in der Regel keine ärztliche Behandlung erforderlich.
Impfkomplikationen
In Zusammenhang mit einer Fieberreaktion kann es gelegentlich zu einem Fieberkrampf kommen. In sehr seltenen Fällen kann eine Überempfindlichkeitsreaktion auf den Impfstoff in Form von Nesselfieber und anderen allergischen Erscheinungen auftreten; die Hirnhäute können gereizt sein, eine leichte Hirnhautentzündung ist theoretisch möglich. Äußerst selten treten Gerinnungsstörungen auf.
Wenn Sie dennoch irgendwelche ungewöhnlichen Krankheitssymptome bei sich beobachten sollten, so stehe ich Ihnen jederzeit zur Beratung zur Verfügung.
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