Schutzimpfung gegen Diphterie und Wundstarrkrampf
Schutzimpfungen gegen Diphterie und Wundstarrkrampf (Tetanus) können mit einem Kombinationsimpfstoff (DT, Td) als Zweifachimpfung durchgeführt werden. Es ist deshalb sinnvoll, diese beiden Krankheiten und die zu ihrer Verhütung dienenden Impfungen gemeinsam zu besprechen. Auch moderne Behandlungsmöglichkeiten können bei Ungeimpften die oft schwerwiegenden Krankheitsverläufe und die Folgen von Diphterie und Tetanus nicht immer verhindern.
Vor diesen Erkrankungen schützt nur die rechtzeitig durchgeführte Schutzimpfung!
Diphterie
ist eine durch das Gift (Toxin) des Diphteriebakteriums hervorgerufene lebensbedrohende Krankheit, die vorwiegend durch Tröpfcheninfektion mit der Atemluft übertragen wird. Vor Einführung der Impfung war die als Rachen-, Kehlkopf-, Nasen- und Wunddiphterie auftretende Infektion eine der gefürchtetsten Erkrankungen im Kindesalter, aber auch im Erwachsenenalter, an der viele verstarben oder einen Herzmuskelschaden erlitten. Eine hohe Impfbeteiligung hat die Diphterie in Deutschland bis auf wenige Erkrankungen zurückgedrängt. Da Diphterie jedoch weltweit und auch in einigen osteuropäischen Ländern weiterhin auftritt, ist die Gefahr der Einschleppung in unser Land jederzeit gegeben.
Wundstarrkrampf (Tetanus)
ist eine lebensgefährliche Krankheit, die Menschen in jedem Alter bedroht. Der vor allem im Erdreich und im Straßenstaub vorkommende Erreger kann durch Schnitt-, Riss-, Biss- oder Schürfwunden, auch kleinste so genannte Bagatellverletzungen, sowie bei sonstigen Schäden an der Hautoberfläche (offenes Ekzem, Verbrennungswunden, "offenes" Bein) in die Haut gelangen, sich vermehren und das krankmachende Gift (Toxin) bilden. Muskelkrämpfe kennzeichnen das meist sehr schwere Krankheitsbild und können bei der Beteiligung der Atemmuskulatur zu Erstickungsanfällen führen. Trotz moderner Behandlungsmethoden liegt die Sterblichkeit ungeimpfter Tetanuskranker noch immer bei mehr als 30%.
Impfstoffe
Die Impfstoffe gegen Diphterie und Tetanus enthalten als wesentliche Bestandteile entgiftete Toxine dieser Erreger. Der Impfstoff wird intramuskulär gespritzt.
Wer und wann soll geimpft werden?
Es stehen zwei Diphterie-Tetanus-Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung.
Der Kombinationsimpfstoff Td wird für die im Impfkalender vorgesehenen Auffrischimpfungen ab dem sechsten Lebensjahr und im elften bis 18. Lebensjahr sowie für weitere Auffrischimpfungen von Erwachsenen in zehnjährigem Abstand empfohlen. Er enthält den Diphterie-Impfstoffanteil in verminderter Konzentration.
Wurden vor dem sechsten Lebensjahr keine Impfungen gegen Diphterie und Tetanus durchgeführt, so werden diese Impfungen ebenfalls mit Td nachgeholt.
Der Kombinationsimpfstoff DT kann in bestimmten Fällen zu Schutzimpfungen im Rahmen des Impfkalenders bei Säuglingen und Kleinkindern verwendet werden. Der Kombinationsimpfstoff DT wird für Mädchen und Jungen bis zum fünften Lebensjahr empfohlen, die aus gesundheitlichen Gründen (Gegenanzeigen) nicht die kombinierte Impfung gegen Diphterie, Tetanus und Keuchhusten erhalten sollen.
Es werden zwei Impfungen mit DT ab dem dritten Lebensmonat im Abstand von vier bis acht Wochen, gefolgt von einer dritten Impfung im zweiten Lebensjahr empfohlen.
Hinweis: Für die Schutzimpfungen von Säuglingen und Kleinkindern nach den Angaben im Impfkalender stehen außerdem Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung, die zusätzlich Anteile zum Schutz vor weiteren Krankheiten (z.B. Keuchhusten, Poliomyelitis, Hepatitis B, Infektionen durch Haemophilus influenzae) enthalten. Ihr Arzt kann Sie hierüber informieren!
Wer soll nicht geimpft werden?
Wer an einer akuten, fieberhaften, behandlungsbedürftigen Erkrankung leidet, soll nicht geimpft werden. Die Impfung ist dann zum frühest-möglichen Zeitpunkt nachzuholen. Wenn nach einer früheren Impfung mit DT oder Td Krankheitssymptome aufgetreten waren, berät Sie der Impfarzt über die Notwendigkeit und Möglichkeit weiterer Impfungen. Bei chronisch Kranken und bei Personen mit Hirnschäden ist die Indikation zur Impfung sorgfältig zu prüfen!
Mögliche Reaktionen nach der Impfung
Nach der Impfung kann es zu einer leichten Temperaturerhöhung oder einem allgemeinem Krankheitsgefühl kommen. Der Höhepunkt dieser Erscheinungen ist meist schon am Abend des Impftages oder innerhalb von 24 bis 48 Stunden danach zu verzeichnen. Gelegentlich tritt an der Impfstelle eine schmerzende Schwellung oder Rötung auf, die meist innerhalb von 48 Stunden wieder abklingt.
Sind Impfkomplikationen möglich?
In seltenen Fällen kann eine Überempfindlichkeitsreaktion auf den Impfstoff in Form von Nesselfieber und anderen allergischen Erscheinungen auftreten. Nach einer Td-Impfung können außerdem Nervenentzündungen, manchmal Lähmungen auftreten, äußerst selten kommt es zu Gerinnungsstörungen. Andere, über das beschriebene Bild möglicher Impfreaktionen hinausgehende ernsthafte Beeinträchtigungen des Gesundheitszustandes wurden bisher nach Anwendung der Schutzimpfung gegen Diphterie und Wundstarrkrampf nicht beobachtet.
Wenn Sie dennoch irgendwelche ungewöhnlichen Krankheitssymptome bei sich beobachten, so stehe ich Ihnen jederzeit zur Beratung zur Verfügung.
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