Reisen bei Diabetes
Blutzuckereinstellung: Bei heißem Wetter benötigen Sie weniger Nahrung und damit u.U. weniger Insulin. Sport spart Insulin. Vorsicht bei viel Alkohol ohne Zucker und wenig Essen (Neigung zu Unterzuckerung). Aber: viele Speisen werden mit viel Kohlehydrat zubereitet. Beispiel: Fruchtsalat.
Insulin/Diabetes
Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, welches Insulin am besten unter höheren Temperaturen lagerbar ist. Eventuell Zugabe von Kühlelementen (Kühlschranktemperatur). Insulin lichtgeschützt verwahren. Vorsicht vor auffallenden Etuis für das Insulin: Diebstahlgefahr! Besser sind unauffällige Behältnisse. Deponieren Sie ein Ersatzbesteck und Ersatzinsulin an einem sicheren Ort (z.B. Hotelsafe). Immer einen Internationalen Diabetikerausweis mitführen! Informieren Sie sich vor Antritt der Reise über die Adresse des besten (westlich orientierten) und rasch zu erreichenden Krankenhauses in Ihrem Reiseland. In der Regel verfügen die Tropeninstitute über einige Kontaktadressen. Traubenzucker sollte in einem festen Behältnis zum Schutz vor Insekten aufbewahrt werden. Wenn Sie Ausflüge planen, gehen Sie nicht alleine, informieren Sie bei körperlichen Beschwerden rechtzeitig ihre Mitreisenden (Reiseleiter) über Ihre Erkrankung. Wenn Sie einen Ausflug alleine planen, hinterlassen Sie eine Nachricht, wohin Sie gehen und wann Sie zurückzusein beabsichtigen. Das gilt auch für kleine Spaziergänge.
Insulin und Zeitverschiebung
Bei Reisen in Ost-West-Richtung bzw. in West-Ost-Richtung ist die Zeitverschiebung zu berücksichtigen. Bei Reisen nach Osten verkürzt sich der Tag. Die Insulindosis ist entsprechend zu reduzieren. Als Faustregel kann gelten: Die innerhalb von 24 Std. zu verabfolgende Insulindosis reduziert sich um den Bruchteil, der sich aus der Zeitverschiebung ergibt. Werden die Uhren bei einer Reise nach Ostasien z.B. um 6 Std. vorgestellt, reduziert sich der Insulinbedarf um 6/24 = 1/4. Im Gastland sind dann unter entsprechender Blutzuckerkontrolle die bisherigen Insulindosen zu verabfolgen. Bei Reisen Richtung Westen gilt Entsprechendes mit umgekehrten Vorzeichen, d.h. die Insulinmenge ist entsprechend der Zeitverschiebung vorübergehend zu erhöhen, zweckmäßigerweise durch eine zusätzliche Insulindosis.
Herz und Kreislauf bei Diabetes mellitus
Bei Diabetikern kommt es häufig zu Herzkranzgefäßveränderungen ohne typische Warnsymptome wie Brustenge usw. Nehmen Sie Warnsymptome in jedem Fall ernst, vor allem, wenn diese bei körperlicher Belastung auftreten! Hinter einem Kollaps kann sich auch ein Herzanfall verbergen!
Nieren und ableitende Harnwege bei Diabetes mellitus
Achten Sie auf eine genügende Flüssigkeitszufuhr bei heißem Wetter: ohne körperliche Anstrengung benötigen Sie mindestens 3 Liter pro Tag. Achten Sie darauf, daß der Urin stets eine helle, klare Farbe behält, dies ist ein Zeichen dafür, daß Ihre Flüssigkeitsbilanz stimmt. Erhöhte Harnglucose und Harnwegsinfektionen begünstigen sich gegenseitig.
Verdauungssystem bei Diabetes mellitus
Sie sind durch die drohende Elektrolytverschiebung bei Durchfall und Erbrechen stärker gefährdet als andere Menschen. Begeben Sie sich bei Durchfall rechtzeitig in ärztliche Behandlung. Bedenken Sie, daß Sie bei Durchfall und Erbrechen nur unzureichend Nahrung resorbieren. Sie benötigen weniger Insulin.
Hautprobleme bei Diabetes mellitus
Achten Sie auf kleine Verletzungen der Haut, insbesondere der Füße. Bei Diabetikern kommt es sehr schnell zu großen Hautinfektionen. Vermeiden Sie das Kratzen an Insektenstichen. Ein Gel bringt häufig schnell Linderung. Achten Sie auf gutes Schuhwerk, welches luftig sein sollte, jedoch Schutz vor Tieren bietet. Kontrollieren Sie Ihre Füße täglich auf Verletzungen!
| < Zurück | Weiter > |
|---|
