Malariarisiko für Reisende
Durch die wachsende Begeisterung an touristischen Fernzielen und den dadurch zunehmenden Reiseverkehr kommt es in den entwickelten Ländern zu einer steigenden Anzahl importierter Malariafälle. Alleine in Deutschland wurden die letzten Jahre im Durchschnitt ungefähr 1000 importierte Malariafälle bei Reisenden pro Jahr gemeldet. Die Dunkelziffer ist mit Sicherheit höher, da manche bei Rückkehr nicht erkannt und/oder gemeldet werden. Ebenso existieren keine genauen Angaben über die Anzahl der Malariaerkrankungen während der Reise. Die meisten Malariaerkrankungen bei Reisenden werden im tropischen Afrika erworben. Bei ungefähr 90 % aller Fälle handelt es sich dabei um die gefährliche Form der Malaria – der sogenannten Malaria tropica. Während diese lebensgefährliche Malariaart in den siebziger Jahren in Deutschland in fast 10 % der Fälle zum Tode führte, sind es in den letzten Jahren nur noch 2-3 % der Fälle. Es gilt jedoch immer der Grundsatz: Jede Malaria ist heilbar, sofern sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird! Todesfälle entstehen fast ausnahmslos dadurch, dass die Malariadiagnose zu spät oder gar nicht gestellt wurde, weil an die Möglichkeit einer Malaria nicht gedacht worden war.
Das Problem der Malaria in der Zukunft...
Das wachsende Malariarisiko steht im engen Zusammenhang mit dem Eingriff des Menschen in die Ökologie. Mit zunehmenden Umweltveränderungen, wie zum Beispiel durch Holzfällerarbeiten, Strassen- und Bergbau, landwirtschaftliche Projekte und Bewässerungsmaßnahmen werden die Lebensumstände für die Malariamücke begünstigt. Ebenso tragen klimatische Veränderungen, sowie eingeschränkte Malariabekämpfungs- und Präventionsmaßnahmen in Ländern mit politischen Unruhen und mangelnder medizinischer Versorgung, als auch Kriegen und Flüchtlingsströmen innerhalb der Bevölkerung zu einer weiteren Ausbreitung der Malaria bei. Die zunehmenden Resistenzen der Malariaerreger gegenüber den herkömmlichen Malariamedikamenten erschweren die Situation. Aufgrund dieser Situation tritt die Malaria in einigen Regionen in denen sie kontrolliert bzw. auch ausgerottet war wieder erneut auf.
...und in der Vergangenheit
Die Malaria ist eine der ältesten Infektionskrankheiten der Menschheit. Vor ca. 2500 Jahren vermutete man in der Medizin die Ursache der Malaria, in den Veränderungen der Luft. „Mala aria“ (ital. “schlechte Luft”) oder auch “Sumpffieber“ waren die synonym verwandten Namen, die die Zusammenhänge zwischen der Erkrankung und der “schlechten Luft” in den Sumpfgebieten vieler Städte sahen. So ahnte man schon damals in den Gebieten der abgestandenen Gewässer die Ursache der Krankheit. Jahrhunderte später bewahrheitete sich dies in den Erkenntnissen über den Lebensraum und die Brutstätten der Anophelesmücken. Im Jahre 1897 wurde dann der Nachweis erbracht, dass Mücken die Malaria übertragen. Diese Entdeckung legte bereits den ersten Prophylaxegrundstein, dass der Schutz vor der Erkrankung durch den Schutz vor der Mücke gegeben ist. Daraufhin begann ein gezielter Kampf gegen die Malaria durch Maßnahmen gegen Mücken und Malariaerreger. Neue Forschungsinstitute wurden errichtet, Studien und Untersuchungen weltweit gestartet, um die Krankheit zu kontrollieren und ihrem verheerendem Ausmaß entgegenzuwirken. Leider konnten bislang, trotz fortschrittlicheren Wissens, nur Annäherungen einer Kontrolle gefunden werden, von der die eine oder andere in der Zukunft vielleicht eine erfolgsversprechende Bekämpfung der Malaria ermöglichen wird.
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