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Polio (Kinderlähmung)

Die Kinderlähmung (Poliomyelitis) ist eine Viruskrankheit, die zu Lähmungen der Arme, Beine, der Atmung und auch zum Tod des Erkrankten führen kann; die Erkrankung wird durch eine Infektion mit Polioviren hervorgerufen. Der Name Kinderlähmung ist irreführend, denn auch Erwachsene können daran erkranken. Die meisten Kranken mit Lähmungen behalten Restschäden und sind damit lebenslang behindert. Es gibt keine Medikamente, mit denen diese Erkrankung geheilt werden kann. Vor der Kinderlähmung schützt nur die rechtzeitige und konsequent durchgeführte Schutzimpfung!

Bis zur Einführung der Schutzimpfung gegen Kinderlähmung erkrankten in Deutschland in jedem Jahr mehrere Tausend Menschen an einer Kinderlähmung, von denen mehrere Hundert starben. Seit Einführung der Schutzimpfung vor mehr als 35 Jahren gingen die Erkrankungszahlen ständig zurück und seit vielen Jahren werden keine oder nur sehr wenige Erkrankungen an Kinderlähmung beobachtet. Die meisten Erkrankungen wurden von ungeimpften Reisenden aus Ländern eingeschleppt, in denen die Erkrankung auch heute noch weit verbreitet ist. So erkranken weiterhin in verschiedenen Ländern Asiens und Afrikas - darunter auch beliebte Urlaubsziele - mehrere Tausend Menschen an Kinderlähmung. Die aus diesen Ländern durch Reisende, rückkehrende Urlauber usw. eingeschleppten Krankheitserreger können sich in einer Bevölkerung, die nicht mehr gegen Kinderlähmung geimpft wird, sehr rasch ausbreiten und damit zu einem Wiederaufflackern der Erkrankung führen. Die Schutzimpfungen gegen Kinderlähmung müssen also auch heute und in Zukunft konsequent durchgeführt werden!

Es gibt zwei Impfstoffe zum Schutz vor Kinderlähmung: einen Lebendimpfstoff (Schluckimpfung) und einen Impfstoff aus inaktivierten (getöteten) Viren (Totimpfstoff), der gespritzt wird. Seit Anfang 1998 wird die Impfung gegen Kinderlähmung nicht mehr - wie früher üblich - mit dem Schluckimpfstoff durchgeführt, sondern mit dem Impfstoff aus inaktivierten Polioviren. Beide Impfstoffe sind gleich wirksam. Die Änderung der Impfempfehlungen wurde vorgenommen, da seit vielen Jahren keine Erkrankungen an Kinderlähmung in Deutschland aufgetreten sind, die durch hier erworbene Infektionen verursacht wurden. Außerdem sollen durch diesen Wechsel des Impfstoffes die äußerst selten im zeitlichen Zusammenhang mit der Schluckimpfung beim Geimpften (einmal nach 4,4 Millionen Impfungen) oder bei nichtgeimpften Kontaktpersonen des Impflings (einmal nach 15,5 Millionen Impfungen) beobachteten Lähmungen vermieden werden.

 
 
 
 
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