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Was ist eine Verstopfung?

Zeitplan für die Verdauung

Der Weg bis zur Ausscheidung ist ganz schön lang."Was oben reinkommt, muss unten wieder raus (zumindest Teile davon)", das sagt sich so leicht. Aber die Nahrung muss einen ganz schön langen Weg hinter sich bringen, bis ihr die verwertbaren Bestandteile entzogen worden sind und die Reste zur Ausscheidung bereit sind. Der Verdauungskanal mit seinen Bestandteilen Mund, Rachen, Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm, Mastdarm und After ist bis zu neun Metern lang.
Alles braucht seine Zeit.Diesen Weg könnte man mit einer Slalomstrecke vergleichen. Die Nahrung muss diesen Slalom absolvieren und dazu braucht sie unterschiedlich lange. In etwa dauert es 60 bis 120 Stunden. Was einem Brötchen auf diesem Weg so alles passieren kann, das erfahren Sie hier.
Verstopfung erst, wenn die Intervalle größer als drei Tage sind.Wer hätte das gedacht. Zwischen zweieinhalb und fünf Tagen für einen einfachen Slalom. Wen wundert es da noch, dass der Stuhlgang zeitlich starken Schwankungen unterliegen kann. Man muss nicht jeden Tag müssen. Manchmal braucht die Nahrung einfach etwas länger. Erst, wenn die Intervalle zwischen den "Zielankünften der Nahrung" (Stuhlgang) größer als 3 Tage sind, spricht man von Verstopfung.

Chronische Verstopfung

Die Dunkelziffer ist sehr hoch.Sehr viele Menschen leiden unter einer chronischen (das bedeutet: lang anhaltend) Verstopfung. Ungefähr 12 Prozent; das sind die, von denen die Ärzte etwas erfahren. Weil nur wenige Menschen wegen einer Verstopfung zum Arzt gehen ist die Zahl der tatsächlich Betroffenen sehr viel höher. Betroffen sind häufig Frauen, insbesondere schwangere Frauen, Kleinkinder und ältere Menschen.
Zeichen einer Verstopfung.Die Betroffenen leiden meistens unter Völlegefühl und einem allgemeinen Unwohlsein. Der Bauch kann angeschwollen sein. Häufig ist der Stuhlgang dann schwierig und oft schmerzhaft. Meistens werden dann viele kleine und harte Bröckchen ausgeschieden.
Die Einstellung, Kot sei ungesund, gehört auf den Müll.Bei vielen entsteht auch ein Gefühl der nicht völligen Darmentleerung. Das ist den Betroffenen oft sehr unangenehm, weil sie denken, dass der im Darm verbleibende "Müll" zu einer "Selbstvergiftung" führt. Diese Auffassung ist unhaltbar und beruht auf dem "Igitt-Gefühl", das viele immer noch mit dem Stuhlgang verbinden.
Bei lang anhaltenden Verstopfungen können gesundheitliche Probleme entstehen.

Chronische Verstopfung kann verschiedene gesundheitliche Folgen haben. Zu den häufigsten Komplikationen zählen:

  • Hämorrhoiden oder Schleimhautrisse am Darmausgang. Diese werden meistens durch den harten Stuhl verursacht.
  • Durch starkes Pressen beim Stuhlgang kann es zu einem Rektumprolaps kommen. Dabei rutscht ein Teil des Mastdarmgewebes durch den After nach außen. Meistens gleitet er aber wieder zurück, oder kann mit dem Finger zurückgeführt werden. Wird das aber zu einer "Dauereinrichtung" oder ist der Prolaps sehr stark, kann eine Operation notwendig sein.
  • In manchen Fällen kann eine hartnäckige Verstopfung dazu führen, dass sich Kotsteine bilden. In diesen Fällen muss der Darm meistens mit Hilfe eines Arztes von den Kotsteinen befreit werden.
  • Das Risiko, dass eine Entzündung von Divertikeln im Darm entsteht, ist bei chronischer Verstopfung erhöht. Divertikel sind Ausstülpungen der Darmschleimhaut. Sie machen meistens keine Beschwerden.
Bei länger andauernden Beschwerden den Arzt aufsuchen.Diese gesundheitlichen Probleme sind nur eine Auflistung der Möglichkeiten. Sie entstehen nicht in jedem Fall und nicht bei jedem Menschen, der unter Verstopfung leidet. Verstopfung ist in den meisten Fällen nicht auf schwerwiegende Erkrankungen zurückzuführen. Eine Auflistung möglicher Ursachen finden sie hier. Dennoch sollte eine länger andauernde Verstopfung ein Grund sein, einen Arzt aufzusuchen.

Akute Verstopfung

Akute Beschwerden müssen untersucht werden.Völlig anders sieht es aus, wenn ein Mensch, der normalerweise einen geregelten Stuhlgang hat, plötzlich nicht mehr kann. Eine solche, akut einsetzenden Obstipation (Verstopfung) kommt selten vor und muss unbedingt medizinisch untersucht werden.
Haben sich ihre persönlichen Lebensumstände geändert?Meistens sind die Ursachen einer akuten Verstopfung in den persönlichen Lebensumständen der Betroffenen zu suchen. Die Beschwerden gleichen denen der chronischen Verstopfung.
AlarmzeichenTreten akute Beschwerden auf wie
  • heftige Schmerzen,
  • angeschwollener Bauch,
  • Erbrechen von Kot,
  • Schock,
so können diese auf eine Darmverschluss zurückzuführen sein. Diese Patienten müssen sofort in ein Krankenhaus!
 
 
 
 
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